DenkRaum

Unsere DenkRaum-Fellows 2021

Dr. Viktoria Bachmann

Philosophie

Leibnizstraße 4, R. 331
Telefon: +49 431 880-2827
Telefax: +49 431 880-1989
bachmann@philsem.uni-kiel.de
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Titel Projektidee: Stadt als Raum des Dialogs über das Gute

Als Psychologin und Philosophin habe ich mich schon im Studium mit Fragen nach den Grundlagen menschlicher Lebensführung beschäftigt. In meiner Diplomarbeit untersuchte ich inwiefern sich unterschiedliche Gesprächsverfahren zur Reflexion lebensleitender Vorstellungen eignen. Meine Dissertation beschäftigte sich dann mit grundlegenden Vorstellungen vom guten Leben in der Philosophiegeschichte. Seitdem habe ich mich mit dem Denken von Buddha, Zoroaster, Jesus, Mohammed u.a. befasst. Aktuell arbeite ich zum dynamischen Verständnis des Menschen in der frühgriechischen Philosophie, die seine Möglichkeit zur Selbstbildung ins Zentrum stellt.

Vor diesem Hintergrund interessiert mich besonders die kulturelle Dimension von Urban Design. Im DenkRaum reizt mich die Zusammenarbeit mit Forschenden aus anderen Disziplinen, 1. um gemeinsam die gegenwärtig-lebenspraktische Dimension unserer Vorstellungen vom Guten im städtischen Zusammenleben zu untersuchen und 2. um unsere alltäglich-politische Dialogfähigkeiten weiterzuentwickeln. Denn Diskurse außerhalb des wissenschaftlichen Raums werden oftmals wertend geführt, so dass Akteure, die verschiedenen ,Parteien‘ angehören, aneinander nicht mehr wirklich zuhören. Die Argumente der ‚Gegenseite‘ werden nicht in sich verstehend, sondern von der eigenen Vorstellung her abwertend wahrgenommen. Diese Dynamiken führen zu Radikalisierung und Spaltung von Gesellschaften. Eine Stadt der Zukunft sollte Auswege aus solchen Sackgassen finden können.

Dr. Annika Hanert

Medizin

Telefon: +49 431 500-23985
a.hanert@neurologie.uni-kiel.de
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Titel Projektidee: NaviKIEL – Orientierung und Navigation älterer und beeinträchtigter Menschen in urbanen Räumen

Als Psychologin und Neurowissenschaftlerin interessiere ich mich besonders für unser Gedächtnis und die dafür verantwortlichen Hirnstrukturen. In aktuellen Projekten erforsche ich, wie Gedächtnisinhalte im Schlaf gefestigt werden und welche Beeinträchtigungen hierbei im Alter und bei neurodegenerativen Erkrankungen wie beispielsweise der Alzheimer Demenz auftreten. Neben dem Gedächtnis nimmt auch die Fähigkeit sich im Raum zu orientieren und zurechtzufinden bei gesunden und abnormen Alterungsprozessen ab.

Mein Interesse an „Urban Design“ bezieht sich insbesondere auf die Möglichkeiten der Teilhabe älterer Menschen im städtischen Raum. Der Trend zur Urbanisierung geht mit dem demographischen Wandel zu einer älter werdenden Gesellschaft einher. Deshalb wird es immer wichtiger, bei der Gestaltung von Städten altersgerechte räumliche Orientierungsmöglichkeiten in die Planung einzubeziehen.

Gemeinsam mit DenkRaum Fellows aus anderen Disziplinen möchte ich damit verbundenen Fragestellungen nachgehen und dazu beitragen, dass ältere und beeinträchtigte Menschen sich möglichst lange selbstständig in unseren Städten bewegen können.

Dr. Jonas Hein

Geographie

Ludewig-Meyn-Straße 14, R. 503
Telefon: +49 431 880-1044
Telefax: +49 431 880-4658
hein@geographie.uni-kiel.de
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Titel Projektidee: Zukunft am Wasser: Wasser als Risiko und urbanes Designelement

Ich bin Humangeograph und beschäftige mich mit Umweltgerechtigkeit und der politischen Ökologie der sozialökologischen Transformation. Zurzeit untersuche ich die räumliche Neuordnung der Bucht von Jakarta und beschäftige mich dabei insbesondere mit der Ausgestaltung des Grenzbereichs zwischen Land und Wasser. Darüber hinaus untersuche ich mit Methoden der empirischen Sozialforschung (qualitative Interviews und Inhaltsanalysen von Zeitungsartikeln) den Konflikt um die Fahrrinnenanpassung der Elbe.

Im Rahmen des Denkraums möchte ich an der Gestaltung von Szenarien für die Entwicklung nachhaltiger und an den Klimawandel angepassten Urban Designs mitwirken und dabei insbesondere die Bedeutung des Wassers für urbane Gestaltungsprozesse in den Blick nehmen.

Dr. Julia Kroh

Betriebswirtschaftslehre

Westring 425, R. 205
Telefon: +49 431 880-1552
Telefax: +49 431 880-1166
kroh@bwl.uni-kiel.de
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Titel Projektidee: Smart CI4ty – Interaktiv, integrativ und interdisziplinär zur innovativen Stadt der Zukunft

In meiner Dissertation habe ich mich mit dem Management von Stakeholdern in komplexen Innovationsprozessen wie der innovativen und energieeffizienten Umgestaltung von Stadtquartieren beschäftigt. In mehreren empirischen Studien konnte ich zeigen, wie unterschiedliche und auch kritische Stakeholder in solch urbane Innovationen zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele und in Dienstleistungsinnovationen erfolgreich eingebunden werden können.

Die Einbindung von heterogenen Stakeholdern in Innovationsprozesse ist ein Thema, an welchem ich auch über meine Dissertation hinaus, zum Beispiel in der Entwicklung digitaler Innovationen in der Energiewirtschaft, arbeite. Forschung wird meiner Meinung nach immer dann besonders spannend, wenn unterschiedliche Stakeholder aufeinandertreffen, denn dadurch entstehen innovative und kreative Ideen.

Genau das erhoffe ich mir auch vom DenkRaum – einen spannenden, horizonterweiternden Austausch mit anderen Wissenschaftler*innen und Partner*innen aus Politik und Wirtschaft, aus dem innovative Projekte zur Stadt der Zukunft hervorgehen.

Dr. Sören Weißermel

Geographie

Ludewig-Meyn-Straße 14, R. 406
Telefon: +49 431 880-3244
Telefax: +49 431 880-4658
weissermel@geographie.uni-kiel.de
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Titel Projektidee: Gerechte Transformation? Der Umbau von Städten in Zeiten des Klimanotstands/Climate Emergency

Ich bin Humangeograph und beschäftige mich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen, Kritischer Entwicklungsforschung, Stadtforschung und städtischer Klimapolitik. In meinem aktuellen Projekt untersuche ich die sozialräumlichen Implikationen städtischer Klimapolitik am Beispiel der Stadt Kiel und ihres Ausrufs des climate emergency. Hinsichtlich der energetischen Sanierung von Wohngebäuden, Fragen der Mobilität und der Gestaltung und Nutzung städtischen Raums drängen sich Fragen nach dem Begriff der Gerechtigkeit innerhalb der Transformationen von Städten auf dem Weg in ein post-fossiles Zeitalter auf.

Vor diesem Hintergrund muss sich Urban Design der Herausforderung klimagerechter Stadtentwicklung stellen: Wie lassen sich im Sinne inklusiver Gestaltung ökologische und soziale Forderungen und Bedürfnisse zusammenbringen und auf diese Weise weitere Verdrängungen und Exklusionen vermeiden?